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Die Verbindung zwischen Kunst und Natur
Giardino Botanico Fondazione André Heller

Der Botanische Garten, der von André Heller übernommen und zu einem Zentrum des ökologischen Bewusstseins umgestaltet wurde, beherbergt diverse Kunstwerke, die dem österreichischen Künstler gespendet oder in seinem Auftrag geschaffen wurden.

Bereits am Eingang, wo uns sybillinische Schlangen und Symbole von Tag und Nacht empfangen, wird schnell klar, dass wir uns nicht in einem normalen botanischen Garten befinden. Das von Susanne Schmögner gestaltete Tickethäuschen verbindet mit seinen Farben und Formen die Erwachsenenwelt mit Kindheitserinnerungen wie Ferdinands Haus, das von Edgar Tezak erbaut und gestaltet wurde, Wasserspiele und entfernte Klänge.

Zahlreiche Elemente verweisen auf unterschiedliche Traditionen und spirituelle Welten: Buddhistische und tibetanische Symbole, hinduistische Statuen wie Rudolf Hirts Großer Ganesha, Gott des Glücks und der Weisheit und Schutzherr der Bildung in Elefantengestalt, bilden ein Miteinander mit den Symbolen von Großstadtkultur und Moderne.

So begegnen uns Werke von Roy Lichtenstein, Keith Haring, Susanne Schmögner, Erwin Novak, Edgar Tezak, Rudolf Hirt wie auch des Eigentümers selbst.
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Monströses begegnet uns auch an der Brücke der Ungeheuer, wo die Intoleranz des modernen Menschen durch zwei auf Pfählen aufgespießte monströse Köpfe, die sich gegenseitig ins Gesicht speien, versinnbildlicht ist. Anschließend gelangen wir durch Torii, ein chinesisches Tor, auf eine Art Weg der Selbstreinigung, auf dem uns das Wasserspiel Shishi-Odoshi, eine Art Wasseruhr, die die vergehende Zeit skandiert, begegnet. Neben dem Weg befindet sich eine Reihe von aufgehängten großen Bambusrohren, die zum Berühren einladen: Wenn die Bambusrohre aneinanderstoßen, entsteht ein ähnlicher Klang wie bei einem Xylophon.

Die Verbindung mit dieser modernen und kosmopolitischen Welt wird betont durch die Werke von Keith Haring, einem mit Heller befreundeten und der Pop Art verbundenen Großstadtkünstler. Seine Figuren laufen, umarmen sich und tanzen wie der rote Mann am Baum/Schirm. Ein weiteres wichtiges Werk Harings ist die Stele. Sie erinnert an ein Kreuz, doch die Figuren, die sich dort bewegen, tragen sexuelle Referenzen. Haring schenkte uns auch seine eigene kostbare Interpretation des Heller-Gartens in Form einer Zeichnung, die auf den Eintrittskarten abgedruckt ist.
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Andere Künstler haben die Baumaterialien der Natur verwendet, die sich im Garten selbst finden: Novak legte Stege, kleine Mauern und Teile von Böden aus den immerhin 28 im Garten gepflanzten Bambusarten an, die Farben und Effekte erzeugen, wie es kein anderes Material vermag, und verwendet einen an einer Schnur aufgehängten großen Stein, um Wasser umzuleiten. Solche Werke verschmelzen harmonisch mit ihrer Umgebung wie die große hölzerne Gottesanbeterin, die aus dem Gras hervorschaut und so gut getarnt ist, dass man sie beinahe nicht sieht: „Von allen Künsten ist das Sehen am schwersten zu erlernen“.

Die Verbindung zwischen Kunst und Natur wird schließlich von der von André Heller geschaffenen großen Figur des Genius Loci auf vollendete Weise zelebriert, einer großen Büste in Menschengestalt mit weit geöffneten Armen, die als Beschützer und lenkender Geist des Ortes über das Gras ragt.
Die vollständig mit Efeu bedeckte Statue birgt die ständige Veränderung der Natur in sich: Jeden Tag wachsen die Blätter und werden vom Wind bewegt, doch die großen blauen Augen, die Nase und der Mund sind das Werk des Menschen, der Mehrwert, den nur ein Künstler zu schaffen vermag.
Wir hoffen, dass auch Sie von einem Gefühl der Freude erfüllt sein werden, wenn Sie wieder von diesem magischen Ort fortgehen.